Wie wirkt sich Yoga positiv aus?

Veröffentlicht am 31. Dezember 2024 um 18:44

"Altwerden ist wie auf einen Berg steigen. Je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht, aber umso weiter sieht man."

Ingmar Bergman

Der Alterungsprozess

ist ein universelles Phänomen, das nicht nur in der belebten Natur, sondern auch bei unbelebten Objekten wie dem Rosten eines Autos auftritt. Aus ayurvedischer Sicht ist das Älterwerden von einer grossen physischen und psychischen Umstellung begleitet, die durch ein ansteigendes Vata-Dosha gekennzeichnet ist, was zu Trockenheit, einer Schwächung der Immunkraft und einer Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen führen kann.

Sieben Säulen des Alterns

Laut dem Buch "15 Jahre länger leben" von Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gund gibt es sieben Säulen des Alterns

1. Oxidation

Altern ist ein universeller Prozess, der nicht nur in der belebten Natur stattfindet, sondern auch bei unbelebten Dingen wie dem Rosten eines Autos. Der chemische Prozess dahinter ist die Oxidation, bei der Moleküle Elektronen abgeben, was unter dem Einfluss von Sauerstoff geschieht.

Freie Radikale, die durch Oxidation entstehen, sind Moleküle mit einem einzelnen Elektron, die instabil und reaktionsfreudig sind und andere Verbindungen schädigen können.

Der Körper hat jedoch Schutzstrategien wie antioxidative Enzyme und die Aufnahme von Antioxidantien durch die Nahrung.

2. Glykolisierung

Zucker kann Proteine miteinander verkleben, was ihre Funktion beeinträchtigt und den Alterungsprozess beschleunigt.

  • Die Reduzierung des Zuckerkonsums kann diesem Prozess entgegenwirken.

3. Chronisch niederschwellige Entzündungen

Entzündungsreaktionen, die chronisch und auf niedrigem Niveau bestehen bleiben, stellen eine Belastung für den Körper dar und beschleunigen den Alterungsprozess.

Arteriosklerose wird heute als eine chronische Entzündung der Gefässwand betrachtet.

Entzündungen können durch akute Entzündungen, aber auch durch Fett im Körper entstehen.

Die Therapie umfasst die Identifizierung und Sanierung chronischer Entzündungsherde, eine Ernährung mit vielen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und Omega-3-Fettsäuren.

4. Hormonmangel: Östrogen, Androgene und Melatonin

Hormone sind wichtig für die Steuerung vieler Körperfunktionen. Mit zunehmendem Alter kann es zu einem Hormonmangel kommen, der den Alterungsprozess beeinflusst.

1. Östrogenmangel

  • Östrogen ist ein weibliches Geschlechtshormon, das eine wichtige Rolle im weiblichen Körper spielt2.
  • Im Alter, insbesondere nach der Menopause, sinkt der Östrogenspiegel. Dies kann zu postmenopausaler Osteoporose führen, bei der die Knochendichte abnimmt und das Risiko von Knochenbrüchen steigt.
  • Ein Östrogenmangel kann sich auch auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und zu Stimmungsschwankungen führen.
  • Weitere Auswirkungen sind die Beeinträchtigung der Hautgesundheit und des Cholesterinspiegels.

2. Androgenmangel

  • Androgene, vor allem Testosteron, sind männliche Geschlechtshormone, die auch im weiblichen Körper in geringen Mengen vorkommen.
  • Ein Mangel an Androgenen kann im Alter zu einer Verringerung der Muskelmasse, Muskelschwäche und erhöhtem Fettanteil führen.
  • Androgene spielen auch eine Rolle bei der Knochengesundheit, der Stimmung und dem Verhalten sowie der Libido.
  • Ein Mangel von Androgene kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen.

3. Melatoninmangel

  • Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse des Gehirns produziert wird und den Schlaf-Wach-Zyklus reguliert.
  • Mit zunehmendem Alter kann die Melatoninproduktion abnehmen, was zu Schlafstörungen führen kann.
  • Melatonin hat auch eine antioxidative Wirkung und kann das Immunsystem stärken sowie Entzündungsprozesse regulieren.

5. Mitochondriale Dysfunktion

Mitochondrien sind für die Energieproduktion in den Zellen zuständig. Sie produzieren freie Radikale als Abfallprodukte.

Gealterte Mitochondrien produzieren weniger Energie und setzen mehr freie Radikale frei.

Sport kann die Funktion der Mitochondrien verbessern und ihre Vermehrung fördern.

6. Genetische Schädigungen

Obwohl es kein spezifisches Alterungsprogramm im Erbgut gibt, unterliegen die Gene selbst einem Alterungsprozess. Oxidativer Stress durch freie Radikale kann die DNA schädigen, was zu Problemen wie Krebs führen kann.

7. Telomerenverkürzung

Telomere sind DNA-Abschnitte an den Enden der Chromosomen, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Wenn die Telomere eine kritische Länge unterschreiten, finden keine weiteren Zellteilungen statt und die Zelle stirbt.

Die Telomerenlänge kann jedoch durch Lebensstilfaktoren beeinflusst werden, und das Enzym Telomerase kann sie verlängern.


Psychologische Aspekte des gesunden Alterns

  • Zufriedenheit und Glück: Ein wichtiger Aspekt des gesunden Alterns ist ein innerer Zustand der Zufriedenheit und des Glücks.
  • Resilienz: Die Fähigkeit, sich an Krisen anzupassen, nimmt im Alter zu.
  • Psychische Gesundheit: Studien zeigen, dass die Lebenszufriedenheit im Alter hoch sein kann.
  • Soziale Kontakte: Der Austausch mit anderen Menschen und die Pflege von sozialen Beziehungen sind wichtig für die kognitive Fitness.
  • Sinnstiftende Tätigkeiten: Das Nachgehen von sinnstiftenden Tätigkeiten trägt ebenfalls zu einem gesunden Altern bei.
  • Akzeptanz des Lebens: Im reifen Erwachsenenalter ist die Annahme des eigenen Lebens und der wichtigen Menschen ein zentrales Thema.

Verhaltensweisen für ein gesundes Altern

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig Zucker und den richtigen Fetten ist wichtig.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, einschließlich Krafttraining, ist entscheidend. Yoga kann hier eine besonders wertvolle Rolle spielen.
  • Gesundes Körpergewicht: Auf ein gesundes Körpergewicht zu achten ist ein wichtiger Faktor.
  • Nichtrauchen und wenig Alkohol: Der Konsum von Tabak und Alkohol sollte vermieden bzw. reduziert werden.
  • Sonnenschutz: Die Haut sollte vor übermäßiger Sonneneinstrahlung geschützt werden.
  • Stressmanagement: Chronischen Stress zu vermeiden ist wichtig.
  • Vermeidung von Umweltgiften: Der Kontakt mit Umweltgiften sollte minimiert werden.
  • Regelmässige Yogapraxis: Eine regelmässige Yogapraxis kann die körperliche und mentale Gesundheit im Alter positiv beeinflussen.

Yoga hat vielfältige positive Auswirkungen auf ältere Menschen, die sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit betreffen

Körperliche Vorteile

  • Erhöhung der Vitalität und des Lungenvolumens: Durch Yoga, insbesondere durch Atemübungen (Pranayama) in Kombination mit Körperübungen (Asanas), wird die Sauerstoffaufnahme verbessert und die Lungenkapazität erhöht.
  • Verbesserung der Beweglichkeit und Flexibilität: Yoga hilft, die Gelenke beweglich zu halten und die Muskulatur zu stärken. Dies ist besonders wichtig, um altersbedingten Beschwerden wie Arthrose entgegenzuwirken. Sanfte Übungen können die Beweglichkeit verbessern, ohne die Gelenke übermässig zu belasten.
  • Stärkung der Knochen: Regelmässiges Yoga, einschließlich sanfter Dehnungen und Belastungsübungen, kann die Knochendichte erhalten oder leicht erhöhen und somit Osteoporose vorbeugen.
  • Verbesserung der Körperhaltung: Yoga schult das Bewusstsein für eine aufrechte Haltung und stärkt die Rückenmuskulatur. Dies kann helfen, einem Rundrücken entgegenzuwirken.
  • Verbesserung des Gleichgewichts und der Koordination: Gleichgewichtsübungen im Yoga können die Standfestigkeit verbessern und das Risiko von Stürzen verringern.
  • Anregung des Kreislaufs: Dynamische Yoga-Übungen regen den Kreislauf an und unterstützen die Herz-Kreislauf-Funktion.
  • Linderung von Verdauungsproblemen: Yoga kann die Verdauung anregen und Beschwerden wie Verstopfung und Blähungen lindern. Bestimmte Übungen wie Drehungen und sanfte Bauchmassagen sind hilfreich.
  • Unterstützung des Nervensystems: Yoga kann das Nervensystem beruhigen und helfen, Stress abzubauen.
  • Schmerzlinderung: Yoga kann helfen, den Umgang mit Schmerzen zu erlernen und diese durch gezielte Atemübungen zu reduzieren.
  • Verbesserung der Schlafqualität: Yoga und Entspannungsübungen können Schlafstörungen reduzieren.

Geistige und emotionale Vorteile

  • Stressreduktion und Entspannung: Atemübungen und Meditation im Yoga helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden.
  • Verbesserung der Stimmung und des Wohlbefindens: Yoga kann die Stimmung aufhellen und zu einem Gefühl von Zufriedenheit und Lebensqualität beitragen.
  • Steigerung der Achtsamkeit: Durch Yoga wird die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment gelenkt, was zu mehr Achtsamkeit im Alltag führen kann.
  • Förderung der Konzentration: Yoga schult die Fähigkeit zur Konzentration und Fokussierung.
  • Stärkung des Selbstbewusstseins: Yoga kann dazu beitragen, das Selbstvertrauen zu stärken und ein positiveres Körpergefühl zu entwickeln.
  • Förderung der Selbstwahrnehmung: Yoga hilft, sich selbst und seine Bedürfnisse besser zu spüren.
  • Verbesserung der kognitiven Funktionen: Yoga kann die kognitive Fitness verbessern und zur Demenz-Prävention beitragen.

Yoga als Lebenseinstellung

Yoga ist mehr als nur eine Reihe von Übungen, es ist eine Lebenseinstellung, die zu einem friedvollen Leben mit sich selbst und der Umwelt beitragen kann.

Yoga kann helfen, zu einem reinen und schönen Wesen zurückzukehren, das in jedem Menschen vorhanden ist.

Die Yogaphilosophie kann helfen, den Alterungsprozess als Reifung zu betrachten.

Yoga ist eine wertvolle Methode für ältere Menschen, um ihre körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und zu verbessern. Die Kombination aus sanften Körperübungen, Atemtechniken und Meditation kann zu mehr Vitalität, Beweglichkeit, Lebensfreude und innerem Frieden führen.

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